Der TMB 105/650mm bekommt ein Zuhause
Ein Bildbericht

Ich habe mir ein kleines apochromatisches Objektiv gekauft, um daraus einen Astrographen / ein Reisefernrohr zu bauen. Noch bin ich nicht fertig, aber vom Rohbau kann ich bereits ein paar Bilder zeigen.
(Stand: 13.04.06)



Die Zutaten:

Das Herzstück des Refraktors: das Apo-Objektiv mit einem Durchmesser von 105mm und einer Brennweite von 650mm (Gewicht: 1800g). Kein ausgesprochener Planetenkracher, aber eine feine Optik, die in Verbindung mit einem Fieldflattener ein lichtstarkes Fotofernrohr wird.
Auf dem Gebrauchtmarkt konnte ich von einem netten Sternfreund einen 3"-Okularauszug (Hersteller: Knopf) zu einem fairen Preis erstehen (3400g). Der 8x50-Sucher kann mit einer Beleuchtungseinrichtung ausgestattet werden (870g).
Ebenfalls gebraucht und günstig konnte ich ein Paar Rohrschellen (1350g, Hersteller Astrophysics) mit einem Durchmesser von 140mm erwerben, diesmal beim Teleskop-Service Ransburg. Und weil auch der Wolfi ein netter Mensch ist, hat er mir glatt eine Taukappe (300g) für mein Projekt geschenkt :-)
Auf der Drehbank fertigte ich dann noch den frontseitigen Aufnahmeadapter (350g) für das Objektiv ...
... sowie den Adapter für den Okularauzszug (650g). Die Aluteile werden noch eloxiert.
Den Tubus aus Hartpapier habe ich bei Gerd Neumann gekauft. Gerd liefert die Tuben natürlich genau nach Maß, aber ich habe zum Zeitpunkt der Bestellung noch nicht genau gewußt, welchen Okularauszug ich verwenden würde.
Daher ging es nun an das Kürzen des Tubus auf der Drehbank. Dazu habe ich eine Bohrmaschine mit einem Werkzeughalter auf dem Querschlitten montiert und einen Holzfräser eingesetzt. Den Tubus habe ich mit der Hand rotiert, alles klappte prima! Man darf nur nicht vergessen, alle 120 Grad einen dünnen Steg stehen zu lassen. Dieser wird dann mit der Säge und einer Feile entfernt.
So sieht das ganze aus, wenn man die Einzelteile in den Hartpapiertubus steckt. Man kann schon schemenhaft ein Teleskop erkennen ;-)
Der Tubus ist 3mm stark und erste Wahl für den Teleskopbau, preiswert, leicht und einfach zu bearbeiten (400g).
Leider habe ich den Tubus mit einem Außendurchmesser von 136mm statt 140mm bestellt. Daher muß ich die Rohrschellen noch mit 2mm Kork unterfüttern, damit sie passen.


Was nun noch fehlt ist ein Anstrich, das Auskleiden des Tubus mit Veloursfolie, der Einbau von Blenden, sowie die Montage der Taukappe, die ich verschiebbar gestalten möchte.
Mit gut 9kg ist der kleine Dicke sicher kein Leichtgewicht, aber es stecken auch nur hochwertige Komponenten drin. Gekostet hat alles zusammen knapp 2200 Euro.